Onlinehandel: Produktimport

Produkte aus China importieren und in Deutschland verkaufen

Produkte aus einem Drittland günstig einkaufen und in Deutschland teurer wiederverkaufen. „Der Profit liegt im Einkauf“ lautet die altbekannte Kaufmannsweisheit.  Günstige Produkte in großer Auswahl sind beispielsweise auf chinesischen online Marktplätzen zu finden.

Wie genau läuft das ab?

Eine für genau diese Art des Handels bekannte und zugleich auch die größte Verkaufsplattform der Welt ist AliExpress.  Verwendet wird AliExpress hauptsächlich in China und dem restlichen asiatischen Raum. Die Verkaufsplattform richtet sich an Händler genauso wie an private Endkunden und stellt ein Paradies für Schnäppchenjäger dar.

Viele Lieferanten bieten kostenlosen DHL Expressversand ab einem Warenkorb von 150 Dollar an. Die Lieferung per DHL Express dauert etwa 1-2 Wochen. Um den Prozess zu beschleunigen wird geraten eine  EORI-Nummer zu beantragen, welche der Zollabfertigung dient. Funktioniert also wie ganz normales shoppen, nur eben im Ausland.

Aliexpress bietet verschiedene Zahlungsmöglichkeiten an, unter anderem Kreditkarte, Giropay und Sofortüberweisung. Seit neuestem wird bei einigen Produkten auch Paypal angeboten. Die Seite ist Standardmäßig auf englisch verfügbar, jedoch wird auch eine deutsche Übersetzung der Webseite angeboten für deutschsprachige Kunden. Der Kontakt zu den Verkäufern erfolgt ausschließlich in Englisch.

Vielfach kommt die Frage bei Neulingen auf, ob Aliexpress und Konsorten überhaupt seriös sind. Aus unserer Erfahrung können wir durchaus die Seriösität bestätigen. Wenn die Ware nicht oder zu spät ankommt, dann besteht die Möglichkeit der Falleröffnung. Der Verkäuer ist in der Pflicht den Versand mittels einer Sendungsnummer nachzuweisen.

Ihr könnt für den Anfang folgende Strategie probieren: Kleine Pakete mit Warenwert unter 30 Euro bei kostenlosem Versand. Diese werden Produkte fallen unter den Zollfreibetrag. Am besten ist es verschiedene Shops anzuschreiben und Testbestellungen durchzuführen.

 

Beispiel zur Verdeutlichung des Vorgehens

Eine Uhr, die auf AliExpress nur 5 Euro pro Stück kostet, könnte somit in größerer Stückzahl eingekauft werden. Diese Armbanduhr kann hier für einen deutlich teureren Preis angeboten werden. Natürlich muss dem Produkt ein Mehrwert hinzufügt werden. Beispielsweise in Form von hochwertigen Bildern und einer schönen Beschreibung. Der Gewinn errechnet sich letztlich durch die Preisdifferenz abzüglich der Verkaufs-Gebühren, den Versandkosten, des Einkaufspreises, der Einfuhrumsatzsteuer und der Zollgebühren.

Beispiel: China Import

Was im Endeffekt übrig bleibt ist eure Gewinnmarge. Ihr könnt verschiedene Beispiele durchkalkulieren.  Hier findest Ihr 10 weitere Webseiten für die Warenbeschaffung aus China.

Wo verkaufe ich die Produkte am besten?

Die Absatzkanäle sind dieselben wie beim Dropshipping (S.o.). Eigener Shop und/oder die gängigen online Marktplätze wie beispielsweise eBay. Das allbekannte “Möglichst viel billigen Ramsch in China kaufen und einfach teurer verkaufen” ist jedoch durch die heutzuatge einfachen Beschaffungsmöglichkeiten bereits aus der Mode gekommen. Es herrscht zwar noch Goldgräberstimmung wie vor 10 Jahren. Allerdings sollte dabei auf ein Alleinstellungsmerkmal gesetzt werden, um die Gewinnmöglichkeiten zu maximieren.

Alleinstellungsmerkmale schaffen, um sich von der Konkurrenz abzuheben

Wer mit diesem Geschäftsmodell ein beständiges und erfolgreiches Business aufbauen möchte, muss auf Alleinstellungsmerkmale setzen. Das funktioniert beispielsweise über die Erschaffung einer Marke. “Private Labeling” nennt sich diese Vorgehensweise. Die Produkte werden zwar immer noch in China gekauft, dem Produkt wird aber ein eigener Stempel aufgetragen. Auf diese Weise wird ein Produkt über die eigene Marke verkauft. Dabei könnte man sich auf eine bestimmte Marktnische spezialisieren, um Authentizität zu schaffen. Markenprodukte bergen tatsächlich ein sehr hohes Marketing Potenzial. Daher spielt die eigene Kreativität eine wichtige Rolle. Eine einwandfreie Präsentation (Fotos, Beschreibung) ist fast wichtiger als das Produkt selbst. 

Private Labelling Beispiel
Private Labelling Beispiel

Fazit:

Anders als beim Dropshipping gilt es sich im Vorfeld ausführlich mit der Produktwahl zu beschäftigen. Das ist aufgrund des Risikos geringer bis nicht bestehender Nachfrage nach diesem Produkt von enormer Bedeutung. Deswegen Bedarf es hier einer genauen Marktanalyse. Kann ich in diesen und jenen Markt eintreten? Was macht die Konkurrenz? Kann ich das Produkt hinsichtlich Präsentation, Preis oder Leistung attraktiver verkaufen? Das sind Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen, um es zu vermeiden im Nachhinein auf den eingekauften Produkten sitzen zu bleiben.